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Auf dem Weg in die Ostsee – Brieftauben

Donnerstag, 9. Juli 2015 16:35

Stempel mit Täubchen

Man muss es auch mal positiv sehen: Das Schöne am nordischen Grönlandsommer ist doch, dass man auch mal Zeit für andere Dinge – außer Segeln – hat; nämlich ins Museum gehen. Und da begegnen einem Kuriositäten. In Tönning gab es nämlich bis 1912 die letzte deutsche Königliche Brieftaubenstation.
Bei Wind und Wetter flogen die Vögel zwei- bis dreimal im Monat von Tönning zu den Feuerschiffen, die vor der Küste auf Untiefen und Sände aufmerksam machten. Die Seeleute an Bord notierten auf kleinen Zetteln Wind- und Wetterdaten sowie Schiffsbewegungen und sendeten die Täubchen zurück an Land. Etwa eine Viertelstunde Flugzeit dauerte es, bis die wieder in ihrem heimatlichen Holzverschlag waren.
An Bord der Feuerschiffe hatte man eigens für die Brieftauben kleine Landeplattformen errichtet. War das Wetter allerdings gar zu widrig, konnte es auch schon mal passieren, dass eine Taube etwas länger unterwegs war oder sogar verloren ging. Das passierte aber – ein Glück – nicht, als sich vor der Eidermündung ein Unglück abspielte, das die Mannschaft an Bord eines der Feuerschiffe beobachtete, aber nicht helfen konnte. Sie sendeten daraufhin eine Brieftaube nach Tönning und die schickten ein Segelboot mit einer Rettungsmannschaft, die die Havarierten schließlich mit einem Ruderboot retteten.
Die Königliche Brieftaubenstation hielt sich übrigens länger als alle andere Brieftaubenstationen – und dass obwohl es zu der Zeit schon Funk gab. Doch irgendwann hat die neue Zeit auch die Tauben überholt. Funk ist einfach schneller.

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Auf dem Weg in die Ostsee – Tönning

Mittwoch, 8. Juli 2015 18:45

Moi Wicht in Tönning

Wir waren ungeduldig: Eigentlich wollten wir einen Tag vorher Richtung Eider starten, aber Segler im Wangerooger Hafen haben uns davon abgeraten – und das war auch gut so.
Kurz zuvor standen wir alle noch vom Sturm vereint auf den Stegen und haben versucht, unsere Boote von den Holzplanken abzuhalten. Wir haben 52 Knoten Windgeschwindigkeit gemessen. Das entspricht etwa 10 Beaufort. Der Sturm drückte etwa 20 Minuten lang aus West auf den Hafen und die Boote am Steg. Die Fender waren platt wie Flundern. Für den nächsten Tag war ebenfalls Nord-West-Wind angesagt; mit 6 bis 7 Beaufort. Vor der Eider baut sich an einer Sandbank mit dem Namen Isern Hinnerk eine Barre auf, die man nicht überwinden kann.
Als wir gestern nach zwölfstündiger Fahrt und lauem Südwind am Isern Hinnerk vorbei sind, war davon nichts mehr zu spüren. Vielmehr hatten wir ruhige See und damit gute Sicht auf Seehunde und Schweinswale, die uns fast bis vor das Eider-Speerwerk begleitet haben. Im wunderschönen alten Hafen von Tönning haben wir nur noch einen Platz an einer rostigen Spundwand bekommen. Das tut dem Blick auf dem Hafen aber keinen Abbruch.

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Auf dem Weg in die Ostsee – Wangerooge

Mittwoch, 8. Juli 2015 11:59

Die weltbeste Krabbensuppe ist nach Schweden gezogen. Als wir das erste Mal – damals auf dem Weg nach Helgoland – auf Wangerooge Halt machten, war es schon später Abend. Wir waren hungrig und der Weg ins Dorf mit gut einer Stunde doch zu weit. Also stiegen wir die Stufen zum Hafenmeisterbüro hinauf und wurden in einer warmen, herzlichen Kneipenatmosphäre empfangen. An einem Tisch in der Mitte saßen Reinhold, der Zöllner, und ein Retter vom Seenotkreuzer Wilma Sikorski. Sie pulten Krabben. Der Wirt und Hafenmeister erzählte, dass Reinhold die Krabben auch fängt. Die Suppe war köstlich, verfeinert mit Cognac; ein Gedicht! Nun ist Reinhold mit dem wunderbaren Rezept im Gepäck nach Schweden gezogen – und wir mussten uns nun auf dem Weg in die Ostsee mit Matjes auf Schwarzbrot begnügen.

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